Gesprächs-Guide für das Arztgespräch
Gut vorbereitet in den Termin zu gehen, kann helfen, ein offenes und hilfreiches Gespräch über Ihre Gehirngesundheit zu führen. Eine gute Vorbereitung gibt Ihnen außerdem mehr Sicherheit dabei, gemeinsam mit Ihrem:Ihrer Ärzt:in einen Plan für Ihre Gehirngesundheit zu entwickeln und umzusetzen.
Im Folgenden finden Sie Themen, die mit Ihrer Gehirngesundheit zusammenhängen und die Sie ansprechen können, unabhängig davon, ob Sie bereits Beschwerden haben oder nicht.
Fragen, die Sie beim Arzttermin stellen können:
1. Welche Risikofaktoren habe ich für Erkrankungen wie eine Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit,
und wie kann ich diese für meine langfristige kognitive Gesundheit besser kontrollieren/managen?
Hierbei zu beachten:
- Nicht-beinflussbarer Risikofaktor:
-
Familiäre Vorbelastung
- Weitere mögliche Risikofaktoren sind:
- Blutdruck
- Alkoholkonsum
- Depression
- Cholesterin
- Körperliche Aktivität
- Schädel‑Hirn‑Trauma (SHT)
- Blutzucker
- Körpergewicht
- Rauchen
- Hörverlust
2. Welche Untersuchungen gibt es, um Veränderungen im Gehirn festzustellen, zum Beispiel eine ungewöhnliche Ablagerung/Ansammlung von Amyloid-ß?
3. Woran erkenne ich, ob aktuelle oder künftig auftretende Probleme mit dem
Gedächtnis oder dem Denken ein normaler Teil des Älterwerdens sind oder ob etwas Ernsteres dahintersteckt?
Informieren Sie Ihren:Ihre Ärzt:in unbedingt, wenn Sie sich Sorgen machen oder Veränderungen bemerken,
zum Beispiel:
- Ich finde öfter nicht die richtigen Worte oder verlege wichtige Dinge
- Mir passieren gelegentlich Fehler beim Umgang mit Geld oder beim Bezahlen von Rechnungen
-
Ich vergesse Termine oder Ereignisse oder bin unsicher bei Zeit oder Ort
4. Kann ich eine kognitive Untersuchung machen, um einen Ausgangswert meiner Gehirngesundheit festzulegen und Veränderungen über die Zeit besser zu erkennen?
Dies ist ein sinnvolles Vorgehen. Sprechen Sie Ihren:Ihre Ärzt:in hierauf an. Er:sie wird Sie beraten, welche Tests für Sie am besten geeignet sind.
Zusätzlich zu den oben genannten Punkten sollten Sie auch in Erwägung ziehen, gemeinsam mit Ihrem:Ihrer Ärzt:in einen Plan zur Förderung Ihrer Gehirngesundheit zu erstellen, der konkrete Maßnahmen enthält, mit denen Sie Ihre Gehirngesundheit unterstützen können.
So ziehen Sie den größtmöglichen Nutzen aus Ihrem Arztbesuch
In einem oft hektischen Praxisalltag bleibt nicht immer viel Zeit für alle Fragen. Wenn Sie gut vorbereitet sind und Ihre Anliegen klar ansprechen, kann auch ein kurzer Termin sinnvoll und hilfreich sein.
Gut vorbereitet sein
Erstellen Sie vor Ihrem Termin eine Liste von Themen oder Fragen, die Sie besprechen möchten, und ordnen Sie diese nach Priorität. Teilen Sie dem Praxispersonal oder Ihrem:Ihrer Ärzt:in zu Beginn des Termins mit, dass Sie über Ihre Gehirngesundheit sprechen möchten. Nehmen Sie einen Notizblock mit oder nutzen Sie Ihr Handy, um wichtige Punkte festzuhalten. Unser persönlicher Gesprächsleitfaden kann Ihnen als gute Grundlage für das Arztgespräch dienen.
Für sich selbst eintreten
Wenn die Zeit im Termin nicht ausreicht oder Sie sich bei einer Empfehlung unsicher fühlen, ist es völlig in Ordnung, einen weiteren Termin zu vereinbaren. Ihre Gehirngesundheit ist zu wichtig, um offene Fragen unbeantwortet zu lassen. Für sich selbst einzustehen bedeutet:
- Ihre Sorgen und Erfahrungen offen anzusprechen
- Nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen
- Aktiv an Entscheidungen rund um Ihre Gehirngesundheit beteiligt zu bleiben
- Quellen für Risikofaktoren: 2024 Alzheimer's disease facts and figures. Alzheimers Dement. 2024 May;20(5):3708-3821. doi: 10.1002
- Livingston G, Huntley J, Liu KY, et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet. 2024;404:572–628. doi:10.1016/S0140-6736(24)01296-0