Wissen, das wirkt:
Gehirngesundheit im Kontinuum der Alzheimer-Krankheit.

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Alzheimer-Krankheit Verstehen

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache von Demenz

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die das Gedächtnis, Denken und Verhalten beeinflusst. Personen mit der Alzheimer-Krankheit erleben unter anderem subjektive kognitive Störungen, die sich im Laufe der Zeit verschlechtern können.1

Die folgende Abbildung gibt eine Übersicht über die einzelnen Krankheitsstadien und beschreibt typische Auffälligkeiten und Symptome:2-6

Überblick Krankheitsstadien der Alzheimer-Krankheit

Eines der neuropathologischen Merkmale der Alzheimer-Krankheit sind Amyloid-Plaques. Sie resultieren aus der fehlerhaften Prozessierung des Amyloid-Vorläuferproteins, kurz APP, einem Protein, das in der Plasmamembran von Neuronen vorkommt. Der sogenannte Amyloid-beta-Signalweg stellt einen der Startpunkte der Pathogenese der Alzheimer-Krankheit dar:7,8

  1. Durch proteolytische Spaltung entsteht aus APP Amyloid-beta (Aβ) in verschiedenen Isoformen, die in unterschiedlichem Ausmaß zur Aggregation neigen.
  2. Diese Proteinaggregate bilden nicht lösliche Fibrillen, die sich im Gehirn von Patient:innen als extrazelluläre Amyloid-Plaques, auch neuritische Plaques genannt, ablagern.
  3. Gleichzeitig kommt es zur Hyperphosphorylierung des Tau-Proteins in Form intrazellulärer Neurofibrillen.​
Amyloid-beta-Signalweg bei der Alzheimer-Krankheit

Diese Prozesse beginnen bereits 15 bis 20 Jahre bevor Patient:innen erste Symptome bemerken und können schon in einem sehr frühen Krankheitsstadium mittels Biomarker-basierter Verfahren aufgedeckt werden.2,9,10

Mit etwa 60–80 % der Demenzfälle ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache für eine Demenz. Das zeigt auch die Abbildung zur prozentualen Verteilung verschiedener Ursachen für Demenz.3

Gehirngesundheit

Ältere Person aktiv im Alltag – Gehirngesundheit fördern

Jeder Mensch wünscht sich, seine kognitiven Fähigkeiten möglichst bis ins hohe Alter zu bewahren. Denn sich im Alltag selbstständig zurechtzufinden, am Leben teilzuhaben und die Zeit mit Familie und Freunden unbeschwert genießen zu können, ist Teil eines erfüllten und glücklichen Lebens. Nachfolgend finden Sie einige Inhalte dazu, wie Sie die Gehirngesundheit Ihrer Patient:innen im Praxisalltag thematisieren, wie Sie (modifizierbare) Risikofaktoren erkennen und minimieren und welche Schritte Sie im Falle einer vermuteten Gedächtnisstörung oder Demenzerkrankung einleiten sollten.

Wissen trifft Praxis

Expertentipps aus erster Hand

In unserer Videopodcast-Reihe „NEURIZONS“ trifft Dr. Bert Vargas auf Expert:innen aus Forschung und klinischer Praxis und spricht mit Ihnen unter anderem darüber, wie Hausärzt:innen die Gehirngesundheit ihrer Patient:innen fördern können, wie die Patient:innen selbst optimal eingebunden werden und warum es so wichtig ist, die Alzheimer-Krankheit möglichst früh zu erkennen.​

Neurizons Vodcast 1: Das Alzheimer-Kontinuum und Gehirngesundheit
Vodcast
Episode 1: Wege wie Hausärzt:innen die Gehirngesundheit unterstützen können mit Christian Moher
Neurizons Vodcast 2: Gehirngesundheit und Alzheimer-Krankheit
Vodcast
Episode 2: Gespräche zur Gehirngesundheit: So können Ihre Patient:innen eingebunden werden mit Kavita Nair

Für Eilige: Übersichtlich gestaltete Zusammenfassungen unserer Videopodcasts mit allen relevanten Infos für Ihren Praxisalltag gibt es auch zum nachlesen. Einfach anklicken und downloaden:

Risikofaktoren im Blick

Die Gehirngesundheit fördern

Eine Gruppe von Expert:innen hat zuletzt 14 teils modifizierbare Risikofaktoren identifiziert, die in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimer-Krankheit gebracht werden können.1,4

Frühe Lebensphase

  • Niedriger Bildungsstand 5 %

Mittlere Lebensphase

  • NEU Hoher LDL-Cholesterin-Wert 7 %
  • Hörverlust 7 %
  • Depression 3 %
  • Traumatische Hirnverletzung 3 %
  • Körperliche Inaktivität 2 %
  • Diabetes mellitus 2 %
  • Rauchen 2 %
  • Bluthochdruck 2 %
  • Adipositas 1 %
  • Übermäßiger Alkoholkonsum 1 %

Späte Lebensphase

  • Soziale Isolation 5 %
  • Luftverschmutzung 3 %
  • NEU Sehschwäche 2 %

Dazu kommen genetische Risikofaktoren, allen voran eine bestimmte Isoform des Cholesterintransporters Apolipoprotein E, kurz ApoE. ApoE4 nimmt Einfluss auf den Aβ (Amyloid beta)- und den Tau-Metabolismus, indem es die für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Aggregation von Aβ bzw. die Tau-Akkumulation begünstigt. Das Risiko, zu erkranken steigt.11-13

Informieren Sie sich hier über die zentrale Bedeutung der Prävention für die Gehirngesundheit. Erfahren Sie, wie modifizierbare Risikofaktoren frühzeitig erkannt und durch multimodale Maßnahmen adressiert werden können und welchen Einfluss genetische Faktoren auf das individuelle Erkrankungsrisiko haben.

Vorschau Broschüre: Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit

Risikofaktoren für die Alzheimer-Krankheit

Was sind Risikofaktoren für die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen und was hat die kardiovaskuläre Gesundheit damit zu tun? Ein Überblick.

ApoE und die Alzheimer-Krankheit​

Warum gilt das ε4-Allel des APOE-Gens als bedeutendster genetischer Risikofaktor bei der Alzheimer-Krankheit und was bedeutet das für Träger:innen dieser Genvariante?​

Video: Dr. Rosemary Laird über modifizierbare Risikofaktoren

Dr. Rosemary Laird über modifizierbare Risikofaktoren

Was sind modifizierbare Risikofaktoren und wie können Ärzt:innen dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko Ihrer Patient:innen zu reduzieren? Antworten der Geriaterin Frau Dr. Rosemary Laird.

Über Risikofaktoren sprechen: der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Risikofaktoren für Demenzerkrankungen, einschließlich der Alzheimer-Krankheit, können von der Kindheit bis ins hohe Alter auftreten. Wie Sie Risiken für die Gehirngesundheit am Besten ansprechen, erfahren Sie in unserer digitalen Flashcard zum Durchklicken.

Die Alzheimer-Krankheit als Kontinuum verstehen

Die Stadien der Alzheimer-Krankheit mit typischen Biomarkerprofilen, zu erwartenden Symptomen und den Auswirkungen auf das Leben der Patient:innen.

Diagnostik

Warum die möglichst frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit so wichtig ist​

Die Bildung von Amyloid-Plaques und die anschließende Akkumulation von hyperphosphoryliertem Tau-Protein sind Prozesse, die bereits lange vor den ersten klinischen Symptomen der Alzheimer-Krankheit auftreten.1-5,14 Im weiteren Krankheitsverlauf entwickeln sich die neurodegenerativen Veränderungen zeitlich verzögert zur Amyloid-Plaque- und Neurofibrillen-Akkumulation.​

Biomarkerverlauf bei der Alzheimer-Krankheit nach Jack et al.

Hypothetisches Modell dynamischer Biomarker der pathologischen Kaskade der Alzheimer-Krankheit, beginnend mit der abnormalen Akkumulation von Amyloid und der anschließenden Akkumulation von Tau, die zu MCI und schließlich Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit führt. Modifiziert nach Jack CR Jr, et al.14

Die Erkrankung verläuft also zunächst im Stillen, bevor Patient:innen erste subtile Veränderungen bemerken. Im klinischen Stadium der leichten kognitiven Störung (MCI) sind Alltagskompetenz und Selbstständigkeit noch weitgehend erhalten. Der Übergang zur leichten Alzheimer-Demenz ist unscharf und bemisst sich daran, wie die Alltagskompetenzen bzw. der einsetzende Verlust der Selbstständigkeit bewertet werden. Die Alzheimer-Krankheit im Stadium des MCI oder der leichten Demenz kann laut aktueller S3-Leitlinie Demenzen zusammengenommen als frühe Alzheimer-Krankheit bezeichnet werden.1

Genau hier setzen die Empfehlungen der S3-Leitlinie (AWMF Leitlinienregister) an, die auf eine möglichst frühzeitige Diagnose der Alzheimer-Krankheit bereits im Stadium der leichten kognitiven Störung setzen.1

Die aktuelle Version der S3-Leitlinie Demenzen - Living Guideline1 finden Sie im AWMF Leitlinienregister.

Frühes Handeln kann einen Unterschied machen

Diagnostik-Pfad bei der Alzheimer-Krankheit1

Eine frühe Diagnose ist vorteilhaft, da Behandlungen, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können, möglicherweise bereits in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit verfügbar sind. Schritte zur Diagnose*:
Es sind einige Tests verfügbar, die die kognitive und funktionelle Leistungsfähigkeit beurteilen. Hier sind einige übliche und mögliche Schritte abgebildet:

Im Verdachtsfall empfiehlt die S3-Leitlinie ein dreistufiges Vorgehen:

1. Diagnostik kognitiver und funktioneller Defizite​

Bei Verdacht auf eine kognitive Störung erfolgt eine Eigen- und Fremdanamnese. Zur Objektivierung werden bei selbst berichteten kognitiven Beschwerden (auch nach aktiver Nachfrage) nach Einwilligung kognitive Kurztests (z.B. MoCA) zur orientierenden Beurteilung durchgeführt. Eine vertiefte neuropsychologische Untersuchung liefert bei einem klinisch nicht eindeutigen Befund wichtige diagnostische Zusatzinformationen zur differenzierteren Beurteilung.​

2. Ausschluss sekundärer Ursachen​

Klinisches Interview mittels standardisiertem Fragebogen, Blutbild und strukturelle Bildgebung (MRT > CT) zur Darstellung von Atrophiemustern/vaskulären Läsionen und zum Ausschluss raumfordernder Prozesse​

3. Biomarker-gestützte Diagnostik​

Die Liquordiagnostik wird zum Ausschluss entzündlicher ZNS-Erkrankungen und zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Alzheimer-Pathologie eingesetzt. Die Diagnostik soll nicht allein auf blutbasierte Biomarker gestützt werden; ein auffälliger Blutbefund sollte durch Liquordiagnostik oder Amyloid-PET abgesichert und nur unter Einbindung einer für die Biomarker-Diagnostik erfahrenen Fachperson interpretiert werden. Wenn eine Liquordiagnostik nicht möglich, nicht gewünscht oder der Befund unklar ist, kann eine molekulare Bildgebung wie Amyloid-PET oder FDG-PET durchgeführt werden.​

* Dies ist nur ein exemplarischer Ablauf der Diagnose. Eine Diagnosemitteilung soll entsprechend der individuellen Situation und Verfassung der Patient:innen erfolgen.1

Weitere Informationen zur Diagnostik der Alzheimer-Krankheit finden Sie auch im Alzheimer Qualitätshandbuch - eine Initiative entwickelt von den Berufsverbänden BDN, BVDN und BVDP: Alzheimer Qualitätshandbuch

Arzt-Patienten-Gespräch zur Alzheimer-Diagnose

Wird die Diagnose der Alzheimer-Krankheit gestellt, ist das oft ein Schock für Patient:innen und ihre Angehörigen. Eine wichtige Aufgabe der behandelnden Ärzt:innen ist es, die Diagnose empathisch zu vermitteln und ihren Patient:innen mögliche Therapieoptionen – seien es symptomatische oder krankheitsmodifzierende Therapien – vorzustellen und zu erklären. Ein solches Gespräch schafft die Basis dafür, dass Patient:innen die Erkrankung annehmen können, Orientierung für ihre Lebensgestaltung finden, frühzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen können und offen für gemeinsame Therapieentscheidungen sind.15

Die nachfolgenden Materialien veranschaulichen den Diagnosepfad bei Verdacht auf die Alzheimer-Krankheit und können Sie dabei unterstützen, mit Ihren Patient:innen ins Gespräch zu kommen, sowie sich einen Überblick über geeignete kognitive Tests zu verschaffen.

Vorschau Leitfaden: Alzheimer-Diagnose empathisch kommunizieren

Leitfaden mit Kommunikationsstrategien

Die Diagnose „Alzheimer-Krankheit" patient:innenzetriert und empathisch kommuniziern. Ein Best-Practice-Leitfaden mit Kommunikationsstrategien und Expertenempfehlungen.​

Vorschau Leitfaden: Alzheimer-Diagnose empathisch kommunizieren

Kognitive Kurztests in der Hausarztpraxis

Wann sind kognitive Kurztests in der Hausarztpraxis relevant? Welche Tests kommen in Frage und wie unterscheiden sie sich? Eine Übersicht etablierter Tests inklusive Link zu Schulungsvideos für den Praxisalltag.​

Vorschau Leitfaden: Alzheimer-Diagnose empathisch kommunizieren

Eine gesicherte Diagnose ermöglicht frühzeitiges Management

Der Leitfaden, gemäß aktueller S3-Leitlinie Demenzen, stellt strukturierte Diagnostikpfade sowie stadienangepasste Therapieoptionen bei der Alzheimer‑Krankheit dar.​

Vorschau Leitfaden: Alzheimer-Diagnose empathisch kommunizieren

Update zur neurochemischen Diagnostik bei der Alzheimer-Krankheit

Wie blutbasierte Biomarkertests die Liquordiagnostik bei Früherkennung, Differenzialdiagnose und Verlaufsbeurteilung ergänzen. Ein Blick in die aktuelle S1-Leitlinie Lumbalpunktion und Liquordiagnostik, sowie ein Artikel zu neuen p-Tau217-Blutbiomarker-Tests.​

Kognitive Tools zur frühen Objektivierung der kognitiven Störung - Montreal Cognitive Assessment (MoCA)17

1. In Papierform für Ihre Praxis​​

Das MoCA ist ein etablierter kognitiver Kurztest, der in rund 10 Minuten eine kognitive Störung objektivieren und in ihrem Schweregrad einordnen kann. Er ist besonders sensitiv für erste kognitive Beeinträchtigungen, dient aber dem Screening und nicht der Differenzialdiagnostik oder ätiologischen Zuordnung. Vor Durchführung sollte über die offizielle Website ein kostenpflichtiges Training- und Zertifizierungsprogramm durchgeführt werden.​

2. Digitaler Gedächtnistest - MoCA Xpresso​

Der Gedächtnistest Xpresso von MoCA ist ein einfacher Selbsttest zur Überprüfung von Gedächtnisleistung und Gehirnfunktion. Er wurde entwickelt, um Menschen dabei zu unterstützen, ihre kognitiven Fähigkeiten bequem von zu Hause aus auf ihrem eigenen Gerät zu testen. Die dabei erhobenen Ergebnisse können im Rahmen der weiteren diagnostischen Einschätzung berücksichtigt werden.​

  • Testdauer: 10 Minuten
  • Verfügbar auf Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Griechisch und Arabisch

3. Digitaler Fragebogen - MoCA CHAI

CHAI von MoCA überprüft Lebensstil-Risikofaktoren, die die Gesundheit des Gehirns beeinflussen. Durch Fragen zum körperlichen, geistigen und allgemeinen Wohlbefinden erhalten Menschen ein besseres Verständnis ihrer aktuellen kognitiven Gesundheit. Darüber hinaus können Bereiche wie Ernährung, Bewegung sowie kognitive und soziale Aktivität identifiziert werden, in denen Veränderungen des Lebensstils zu einer Verbesserung ihrer Gesundheit und ihrer Wohlbefindens beitragen können.​

  • Testdauer: 5-10 Minuten
  • Verfügbar auf Englisch

Ist es das Alter oder die Alzheimer-Krankheit?

Anzeichen erkennen:
normales Altern vs. mögliches atypisches Altern

Die folgenden 6 Beispiele können helfen, normales Altern von möglichem atypischen Altern, wie es bei der Alzheimer-Krankheit auftritt, zu unterscheiden. Grundsätzlich gilt: Es kommt darauf an, wie häufig und persistierend die Anzeichen bzw. Symptome auftreten und wie stark sie das Leben der Patient:innen beeinträchtigen.16

Normales Altern

Gelegentlichs Vergessen mit späterer Rückkehr der Erinnerung

Mögliches aypisches Altern

Kürzlich gelernte Informationen vergessen, Fragen wiederholt stellen und zunehmend auf Gedächtnisstützen angewiesen sein.

Normales Altern

Gelegentliches Verlegen von Gegenständen, die aber wiedergefunden werden können.

Atypisches Altern

Ständig Gegenstände verlegen und nicht in der Lage sein, diese wiederzufinden; andere des Diebstahls beschuldigen.

Normales Altern

Gelegentlich wird Hilfe bei der Bedienung von elektrischen Geräten benötigt.

Mögliches atypisches Altern

Schwierigkeiten bei der Erledigung vertrauter Aufgaben zu Hause, wie das Erstellen einer Einkaufsliste oder das Erinnern an die Regeln eines Lieblingsspiels.

Normales Altern

Gelegentliche Fehler beispielsweise beim Bezahlen von Rechnungen.

Mögliches atypisches Altern

Schwierigkeiten beim Befolgen eines Plans oder beim Arbeiten mit Zahlen, z. B. beim Nachkochen eines bekannten Rezepts.

Normales Altern

Unsicherheit über den aktuellen Wochentag, wobei sich die Patient:innen später an den richtigen Wochentag erinnern.

Mögliches atypisches Altern

Der zeitliche Überblick sowie das Orientierungsvermögen sind verloren gegangen.

Normales Altern

Irritationen, wenn Gewohnheiten oder Routinen gestört werden.

Mögliches atypisches Altern

Stimmungsschwankungen und Persönlichkeitsveränderungen, z. B.: leichte Erregbarkeit, Verwirrtheit, Misstrauen, Depression, Ängstlichkeit.

Therapie

Aktuelle Therapieoptionen bei der Alzheimer-Krankheit: Ein Überblick

Die leitliniengerechte antidementive Therapie verfolgt das Ziel, kognitive Symptome und Einschränkungen der Alltagsfunktion zu behandeln. Dazu unterscheidet die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen drei Ansätze, die in der Regel gemeinsam angewendet werden. Die aktuelle Version der S3-Leitlinie Demenzen - Living Guideline1 finden Sie im AWMF Leitlinienregister: AWMF Leitlinienregister1

  1. Psychosoziale (nicht-pharmakologische) Interventionen:

    Verschiedene kognitive Verfahren, z. B. kognitives Training, kognitive Stimulation, Reminiszenz-Therapie, Realitätsorientierung und kognitive Rehabilitation. Gemäß aktueller Studienlage schwacher Empfehlungsgrad und niedriger Evidenzgrad.

  2. Körperliche Aktivierung:

    Laut Leitlinie mit positiven Effekten auf Aktivitäten des täglichen Lebens.

  3. Pharmakologische Therapien:
    1. Gegen Amyloid gerichtete Antikörper als kausale Therapieoptionen, die unter betimmten Voraussetzungen bei erwachsenen Patient:innen mit der klinischen Diagnose einer leichten kognitiven Störung und leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit in Frage kommen, die heterozygote Apolipoprotein E-ε4 (ApoE-ε4)-Träger oder ApoE-ε4-Nichtträger sind und bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde.

    2. Antidementive Therapien zur Stärkung von Kognition und Alltagsfähigkeit bei leichter bzw. mittelschwerer oder schwerer Demenz.

Überblick der drei Therapiesäulen bei der Alzheimer-Krankheit: psychosoziale Interventionen, körperliche Aktivierung und pharmakologische Therapien

Welche Behandlungsform für Patient:innen in Frage kommt, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium ab.1

Die nachfolgenden Materialien können helfen, die Grundlagen für die Einleitung einer geeigneten Therapie zu schaffen und fundierte, individuelle Therapieentscheidungen zu treffen.

Weitere Informationen finden Sie außerdem bei der Medizinischen Information von Lilly: http://www.lillymedical.de/

Video: Das Alzheimer-Qualitätshandbuch

Video: Das Alzheimer-Qualitätshandbuch

Ein praxistaugliches Arbeitsinstrument von BDN, BVDP und BVDN, das die wissenschaftliche Evidenz der S3-Leitlinie Demenzen in praktikable Handlungsempfehlungen überführt.

Blick in den Praxisalltag: Von Patientenfällen lernen

Patientenfälle: Fallbeispiele zur Alzheimer-Krankheit

Hier finden Sie eine Sammlung beispielhafter Patientenfälle, die Ihnen helfen können nachzuvollziehen, wie Ihre Kolleginnen und Kollegen Menschen mit der Alzheimer-Krankheit betreuen – von der Diagnosestellung, über das Patientengespräch bis hin zur gemeinsamen Therapieentscheidung.

Titelfolie Patientenfall Maria

Patientenfall Maria

Titelfolie Patientenfall Jonathan

Patientenfall Jonathan

Titelfolie Patientenfall Carl

Patientenfall Carl

Titelfolie Patientenfall Carl

Patientenfall Merve

Titelfolie Patientenfall Carl

Patientenfall Henri

Titelfolie Patientenfall Carl

Patientenfall Tatjana

Service Center

Material für Sie zum Download

Für Ihren Praxisalltag finden Sie nachfolgend praktische Materialien, die Ihnen helfen können, Ihre Patient:innen optimal zu betreuen. Die übersichtlichen Dokumente und Bögen sind auch zum Ausdrucken geeignet.

Für Ihre Praxis:

Vorschau Überleitungsbogen Hausarzt zu Facharzt und Gedächtnisambulanz

Überleitungsbogen: Hausarzt zu Facharzt / Gedächtnisambulanz

Titelfolie Checkliste zur kognitiven Gesundheit

Checkliste: Kognitive Gesundheit

Titelfolie Checkliste zur kognitiven Gesundheit

Kognitive Kurztests in der Hausarztpraxis

Titelfolie Checkliste zur kognitiven Gesundheit

Kostenfreie Fortbildung zur Alzheimer-Krankheit: Über den Nutzen und die praktische Anwendung kognitiver Kurztests

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und entdecken Sie unser Fortbildungsangebot auf dem Lilly Campus.

Zu unserem Angebot auf Lilly Campus
Alzheimer-Krankheit im Blick - Ihre Patient:innen im Fokus

Alzheimer-Krankheit im Blick – Ihre Patient:innen im Fokus

Jetzt informieren

– Amyloid-beta

AAIC – Kongress der Alzheimers Association

AD/PD – Alzheimer's Disease / Parkinson's Disease Konferenz

APOE – Apolipoprotein E

APP – Amyloid-Vorläuferprotein

BDN – Berufsverband Deutscher Neurologen

BVDN – Berufsverband Deutscher Nervenärzte

BVDP – Berufsverband Deutscher Psychiater

CT – Computertomographie

CTAD – Clinical Trials of Alzheimer's Disease

FDG-PET – Form der Positronenemissionstomographie (PET) mit Hilfe von radioaktiv markierter 18F-Fluordesoxyglucose (18F-FDG)

MCI – Leichte kognitive Störung (Mild Cognitive Impairment)

MRT – Magnetresonanztomographie

MoCA – Montreal Cognitive Assessment

p-Tau – Phosphoryliertes Tau

SCD – Subjektive kognitive Störung

ZNS – Zentrales Nervensystem

  1. DGN e. V. & DGPPN e. V. (Hrsg.) S3-Leitlinie Demenzen, Version 6.0, 24.02.2026, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  2. Porsteinsson AP, et al. J Prev Alzheimers Dis. 2021;8(3):371–386.
  3. Alzheimer's Association. Alzheimers Dement. 2024;20(5):3708–3821.
  4. Livingston G, et al. Lancet. 2024;404(10452):572–628.
  5. Jack CR, et al. Alzheimers Dement. 2018;14(4):535–562.
  6. Jack CR Jr, et al. Alzheimers Dement. 2024;20(8):5143–5169.
  7. Hampel H, et al. Mol Psychiatry. 2021;26(10):5481–5503.
  8. Jeremic D, et al. Ageing Res Rev. 2021;72:101496.
  9. Aisen PS, et al. Alzheimers Res Ther. 2017 Aug 9;9(1):60.
  10. McDade E, et al. Alzheimers Dement (N Y). 2020 Aug 27;6(1):e12069.
  11. Wang N, et al. Mol Neurodegeneration. 2022;17:75.
  12. Safieh M, et al. BMC Med. 2019;17:64.
  13. Rasmussen KL, et al. CMAJ. 2018;190(35):E1033–E1041.
  14. Jack CR Jr, et al. Lancet Neurol. 2013;12(2):207–216.
  15. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Empfehlungen zum Umgang mit Diagnose und Aufklärung bei Demenz. Letzter Zugriff: 16.02.2026.
  16. Alzheimer's Association. 10 Early Signs and Symptoms of Alzheimer's and Dementia, verfügbar unter: https://www.alz.org/alzheimers-dementia/10_signs. Zugriff am 16.02.2026.
  17. MoCA Cognition. https://mocacognition.com/target (letzter Zugriff: 02.07.2026)