Lilly LETTER #4 2024Lilly

 FORUM RHEUMANUM 

ePA: Bericht aus erster Hand!

Mit dem Startschuss der elektronischen Patientenakte (ePA) Ende April 2025 will Deutschland auf dem Weg zur Digitalisierung einen wichtigen Schritt weiter vorankommen – doch wie sieht es im Praxisalltag aus? Flächendeckend steht das Angebot noch nicht, aber bis Oktober ist geplant, dass die ePA überall einsatzbereit sein soll – im täglichen Praxisbetrieb sicher für viele herausfordernd. Wir freuen uns, dass die Rheumatologische Fachassistentin (RFA) Lina Peterson aus Berlin Ihnen nachfolgend einen Einblick in ihre ersten Schritte mit der ePA gibt. 
Gute Vorbereitung und Information sind das A und O 
Autorin: Lina Peterson, RFA und Ernährungsberaterin in der Rheumatologischen Praxis Dr. med. Martin Viale Rissom in Berlin.

Die ePA stellt einen zentralen Baustein der Digitalisierung im Gesundheitswesen dar. In unserer Praxis haben wir begonnen, uns mit den Grundlagen, Potenzialen und ersten Anwendungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Auch wenn sich die ePA noch nicht vollumfänglich in unseren Praxisalltag integriert hat, lassen sich bereits erste Erkenntnisse und Tendenzen erkennen.
Strukturelle Einbindung in den Praxisalltag
Die Integration der ePA erfordert eine Umstrukturierung bestehender Prozesse. Besonders relevant ist dabei die Abstimmung mit dem Praxisverwaltungssystem sowie die technische Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Aus fachlicher Sicht ist eine schrittweise Einführung sinnvoll, um die Belastung des Teams im laufenden Betrieb gering zu halten. Weiterer Erfolgsfaktor: frühzeitig die Zuständigkeiten im Team klären – z. B. wer für die Befüllung der ePA, für die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten oder für technische Fragen verantwortlich ist.
Das RFA-Kollegium in der Rheumatologischen Praxis Dr. med. Martin Viale Rissom in Berlin
(v. l. n. r. Dania Massalema, Lina Peterson, Yvonne Sterzl)

Patientenakzeptanz und Informationslage
Erste Rückmeldungen aus Patientengesprächen zeigen, dass die Akzeptanz der ePA stark von der Aufklärung abhängt. Während digital Versierte das Potenzial sofort erkennen, bestehen bei anderen Unsicherheiten – insbesondere rund um das Thema Datenschutz oder die konkrete Anwendung. Die allgemeine Informationslage ist aus unserer Sicht noch unzureichend – viele Patientinnen und Patienten kennen die ePA nur oberflächlich oder gar nicht. Daher ist gezielte, niedrigschwellige Aufklärung über Nutzen und Funktion sehr wichtig, um die Menschen vom Angebot zu überzeugen.
Kommunikation und Überzeugungsarbeit
In unserer Praxis planen wir derzeit, mit Hilfe von Informationsmaterial (Flyer, Aushänge) sowie kurzen Beratungseinheiten im Rahmen von Terminen zu informieren. Dabei stellen wir insbesondere den Mehrwert für die Versorgungskontinuität, bei Notfallsituationen sowie bei der interdisziplinären Kommunikation heraus. 
Organisatorische Hinweise und erste Empfehlungen
Auch wenn wir bisher keine intensive Schulung erhalten haben, erscheint die Teilnahme an ePA-bezogenen Fortbildungen – insbesondere für Medizinische Fachangestellte – sinnvoll. Wir haben uns auch im Kollegenkreis umgehört und erste praktische Empfehlungen und Tipps mitgenommen. Wichtige Punkte dabei waren: 
  • Klare Verfahrensanweisungen einführen 
  • Einen internen Leitfaden hinterlegen 
  • Checklisten zur Dokumentation in der ePA nutzen 
Empfehlenswert ist darüber hinaus, während der Einführung eng mit einem versierten IT-Dienstleister zusammenzuarbeiten und die ersten Schritte in einem strukturierten Testbetrieb zu unternehmen.
Fazit und Ausblick
Aus unserer fachlichen Sicht bietet die ePA großes Potenzial, die medizinische Dokumentation und Patientenversorgung zu optimieren. Damit die Einführung gut gelingt, sind eine gründliche Vorbereitung, praxisnahe Schulungen und ein kontinuierlicher Informationsfluss essenziell – sowohl innerhalb des Teams als auch gegenüber Patientinnen und Patienten. Nach unseren Erfahrungen kann und wird die ePA unsere Versorgungsstrukturen sinnvoll ergänzen und verbessern. 
Vielen Dank für den Einblicke aus der praktischen Einführung der ePA! Die Chancen für einen verbesserten Informationsaustausch durch die ePA liegen auf der Hand. Die geschilderte Praxiserfahrung zeigt aber auch, dass die effektive Anwendung der ePA nur mit einer geschulten MFA/RFA nutzenbringend sein wird. Die Aufklärung der Patientinnen und Patienten wird zum Teil oder auch Großteil in unseren Händen liegen. Denn der Informationsbedarf besteht – wie im Praxisbericht geschildert. 

Digitale Tools können – bei erfolgreicher Einführung und geschickt eingesetzt – effektiv unterstützen, entlasten und Zeit sparen. Das Befüllen der ePA ist eine Leistung, die von der Ärzteschaft an geschulte MFAs/RFAs delegiert werden kann – bei extrabudgetärer Vergütung. Nehmen Sie die Herausforderung an, nutzen Sie die ePA Fortbildungsangebote und tauschen Sie sich kollegial aus. 
Ihre
Ulrike Erstling (1. Vorsitzende)
Patricia Steffens-Korbanka (2. Vorsitzende)
Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V.
E-Mail: info@forum-rheumanum.de
www.forum-rheumanum.de
   
Auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es eine Fülle hilfreicher Informationen.

 
    Hier eine kompakte Linksammlung für Sie:  
  • Starterpaket für Praxen
  • Fragen und Antworten zur ePA 
  • ePA auf einen Blick - I
  • ePA auf einen Blick - II
  • ePA – Basisinformationen zu Aufgaben, Pflichten und Zugriffsrechten
 
Bildhinweise: © Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e.V.; © istockphoto.com/Chinnapong 

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