Lilly LETTER #4 2024Lilly

 FAKTENCHECK 

5 Mythen der Adipositas  

Rund um Adipositas ranken sich viele Fehlinformationen und falsche Annahmen, die den Fortschritt der Behandlung erschweren. Wir entlarven fünf der häufigsten Mythen. 
1. Menschen mit Adipositas sind selbst schuld.
Fakt ist: Adipositas ist eine chronische, von zahlreichen Faktoren beeinflusste Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt Adipositas längst als Krankheit an.1 Bei dieser Krankheit erschweren hormonelle und metabolische Anpassungen häufig die nachhaltige Gewichtsreduktion und erfordern eine umfassende Behandlung. Die Auffassung, dass Adipositas auf mangelnde Willenskraft zurückzuführen und damit selbstverschuldet ist, muss daher durch eine wissenschaftlich fundierte Perspektive ersetzt werden. Begegnen Sie Menschen mit Adipositas empathisch, machen Sie Ihnen gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin die vielfachen Ursachen deutlich und finden Sie miteinander Wege zum Umgang. 

2. Wer eine Adipositas hat, soll einfach mehr Sport treiben  
und weniger essen.  
Ernährungs- und Lebensstiländerungen, wie z. B. mehr Sport, bilden zwar die Basis jeder Behandlung, sind oft jedoch nicht ausreichend, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.2-5 Adipositas ist eine komplexe Krankheit, die durch eine Vielzahl an Einflüssen geprägt wird – darunter Genetik, hormonelle Dysbalancen und Stoffwechselveränderungen. Eine Gewichtsreduktion erfordert oft mehr als nur Disziplin im Alltag. Dabei gilt: Je höher die Gewichtsreduktion, umso mehr gesundheitliche Vorteile werden erzielt.6 Eine frühzeitige, zielgerichtete Therapie ist daher entscheidend, um langfristige Folgen der Adipositas – wie Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Komplikationen – zu reduzieren. Moderne Therapieoptionen bieten in diesem Rahmen vielversprechende Perspektiven für Menschen mit Adipositas.  

3. Eine Behandlungsmethode funktioniert für alle.   
Wie oben gezeigt, ist Adipositas hochindividuell und ein „One-size-fits-all“-Ansatz führt oft zu Misserfolgen. Genetik, Stoffwechsel, psychologische Verfassung und soziale Umstände beeinflussen die Behandlung wesentlich. Daher ist es essenziell, dass die Behandlung gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt wird. Gemeinsam sollten personalisierte Therapiepläne entwickelt und klare, realistische Ziele vereinbart werden, die den Weg zu einer nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit ebnen. 

4. Die Behandlung der Adipositas lässt sich nicht in den Praxisalltag integrieren.  
Die Integration der Adipositas-Therapie in der Praxis lohnt sich. Maßnahmen zur Gewichtsreduktion können als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) abgerechnet werden. Ärztinnen und Ärzte können sich ihre Expertise, die angefallenen Ressourcen und (Zusatz-)Leistungen entlohnen lassen – davon kann die gesamte Praxis profitieren. Bei der Umsetzung – von der Vereinbarung bis zur Aufklärung – können Sie einen wichtigen Beitrag in der Versorgung leisten.

5. Unsere Patientinnen und Patienten können sich die Medikamente gegen Adipositas nicht leisten.    
Obwohl Lifestyle-Arzneimittel als Selbstzahlerleistung eingestuft sind, sollten im ärztlichen Gespräch medikamentöse Therapien in einem aktiven Austausch mit Betroffenen angeboten werden. Ob und für welche Therapien Menschen mit Adipositas Geld ausgeben, ist eine individuelle Entscheidung, welche im Gespräch mit Patientinnen und Patienten getroffen werden sollte. Mögliche Entscheidungsfaktoren sind die Einbindung der Therapie in den Alltag, nachgewiesene Wirksamkeit und Empfehlung der Ärztin und des Arztes. Um finanzielle Hürden zu verringern, könnten Sie Patientinnen und Patienten auf Unterstützungsoptionen hinweisen, beispielsweise Steuerentlastungen und eventuelle Zuschüsse. 

Für eine erfolgreiche Adipositas-Therapie ist es wichtig, sich von Mythen zu verabschieden und moderne, wissenschaftlich fundierte Ansätze zu akzeptieren. Medikamentöse Behandlungen können im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts effektiv zur Gewichtsreduktion beitragen und Betroffenen die Chance auf ein gesünderes, selbstbestimmtes Leben bieten. Unterstützen Sie Ihre Patientinnen und Patienten aktiv beim Umgang mit der Krankheit – für ein MEHR an Lebensqualität.  
Quellen: 
 
  1. World Health Organization. WHO European Regional Obesity Report 2022. Regional Office for Europe. https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/353747/9789289057738-eng.pdf?sequence=1&isAllowed=y (zuletzt aufgerufen am 05.01.2026) 
  2. Apovian CM et al.: J Clin Endocrinol Metab 2015; 100(2): 342–62. 
  3. Fruh SM. J Am Assoc Nurse Pract 2017; 29(S1): S3–S14. 
  4. Hall KD et al.: Med Clin North Am 2018; 102(1): 183–197. 
  5. Sumithran P et al.: NEJM 2011; 365(17): 1597–604. 
  6. Lean ME et al. Lancet 2018;391:541–51. 


Bildhinweis: © Adobe Stock/Andrii

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